16. März 2008

KBV - Kaisermühlen


Das Projekt


Im Mai 2006 wurde der Kirchenbauverein Kaisermühlen von BV-Stv.a.D. Karl Regner, Pater Elmar Kahofer SDS und Dkfm. Horst Hüttner gegründet. Dieser Verein hat sich, nach etlichem Gegrübel wie man am Besten und einem fachlichen Lokalaugenschein der feststellte dass man schleunigst renovieren sollte, aus ein paar engagierten Kaisermühlnerinnen und Kaisermühlnern gegründet. Die Feuchtigkeits- und Vandalismusschäden an der Außenmauer sind leicht erkennbar.

I.(links) II. (unterhalb)



III. (links) IV.
(unterhalb)


I.) Wasserschäden am Gesims des linken Seitenschiffs
II.) Beschädigungen an der Haupt- und an einer Neben
apside
III.) Bröckelnder Putz mit freiliegendem Mauerwerk
IV.) Vandalismus durch Steinschleuderlöcher und Graffiti

Diese Bilder vermitteln nur teilweise, wie nötig es ist, die Basilika sowohl in ihrer Bausubstanz, als auch in ihrer Schönheit zu bewahren. Schäden an der Fassade, dem Dach oder den Fenstern fallen sehr vielen Leuten auf, aber zerfallende Jugendstilkästen, Statuen, Sitzbänke und Malereien fallen uns kurioserweise nicht so leicht ins Auge. Be
merkenswerte Kunst droht aber verloren zu gehen.

I.

II.













III.

IV.













I.) Reste der alten Wandbemalungen
II.) Renovierungsarbeiten in der Neuen Sakristei
III.) Arbeitsbeginn in der Karl-von-Österreich-Kapelle
IV.) Apostelgruppe mit Kriegsschäden vor Renovierung

Weiters erfordert eine zeitgemäße Liturgie auch ein Gotteshaus, das gewisse Mindestanforderungen erfüllt. So sind beispielsweise viele Türen in einem erschreckend schlechten Zustand, die Heizungsanlage ist veraltet und kaum ausreichend. Für Geräte und Ersatzbänke ist kaum Abstellplatz vorhanden, weswegen die Kirche sehr zugerümpelt wirkt. Der Beichtraum wirkt wie eine desolate Gefängniszelle, manche Sitzgelegenheiten haben keine weichen Kniebänke und wackeln. Ein besonders störender Anblick ist jedes Mal der hässliche Fleckerlteppich vor dem Josefsaltar. Ruhe und Besinnung werden so nicht gerade erleichtert.

I.

II.













III.

IV.














I.) Langbänke, Kabel und Kunststoffsessel vor dem Marienaltar
II.) Der sehr schäbig und bedrückend wirkende Beichtraum
III.) Spannteppich, Kabelleiste
und PU-Schaum am Josefaltar
IV.) Unschön wirkende Lautsprecher mit markanter Verkabelung


Die Karl-von-Österreich-Kapelle

Dass die Notwendigkeit zum Handeln gegeben ist, wird durch die wenigen Bilder ausreichend dargestellt. Es stellte sich aber sehr bald die Frage, an welcher Stelle man nun anfangen sollte. Am schlimmsten hatte der Zahn der Zeit an der rechten Apside und dem dazugehörigen Raum, am Ende des rechten Seitenschiffs genagt. Diese Seitenkapelle hatte fast hundert Jahre als Abstellkammer gedient und war schon fast aus dem Bewusstsein der Pfarrgemeinde verschwunden. Dieser architektonisch schöne, aber total verwahrloste Raum, stellte eine einzigartige Möglichkeit für eine würdige und neue Gestaltung dar.

Den ersten Vorschlag zur neuen Raumnutzung hatte Hr.
Roman Dietler unser Pastoralassistent. Sein Idee war, dass man aus der desolaten Rumpelkammer eine Taufkapelle machen sollte um so der Pfarre eine neue liturgische Facette hinzuzufügen. Beim Kirchenbau war ursprünglich auch ein Baptisterium geplant gewesen, dass aber aus Geldmangel nicht errichtet wurde. Diese Idee fand leider keine große Unterstützung in der Pfarre und hatte auch das Problem, dass sie sich nicht finanzieren hätte lassen können.

Beim Studium der Unterlagen des ersten Kirchenbauvereins entdeckte Hr. Martin Regner, dass es eine enge Verbundenheit zwischen der Pfarre Kaisermühlen und dem Haus Habsburg gegeben hatte. In den Statuten des alten Vereins steht unter §2 "Zweck des Vereins" geschrieben: "Zweck des Vereins ist: Die Erbauung einer Kirche, entsprechend ihrer Widmung, wie auch der Absicht, dass sie werde und sei ein Zeichen der unentwegten Treue und Liebe zum angestammten Herrscherhause." Bis heute feiert Kaisermühlen Fronleichnam eine Woche nach dem kalendarischen Fronleichnamsfest, da damals der Kaiser beim Umzug durch Kaisermühlen teilnehmen wollte.

Sich daran erinnernd, dass erst 2004 der letzte österreichische Kaiser von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen worden ist, reifte die Idee eine Reliquie nach Kaisermühlen zu bringen. Die Idee stieß auf überraschend großes Interesse bei vielen verschiedenen Menschen. Kaplan Dr. Brandmayr von der Kaiser Karl Gebetsliga für den Völkerfrieden versprach uns eine Reliquie für die neue Kapelle. Wissend, dass die Reliquien Kaiser Karls nur an hochberühmte Kirchen wie Mariazell, der Krönungskirche in Budapest oder der Augustinerkirche in Wien vergeben werden, waren wir als kleine Vorstadtpfarre über das in uns gesetzten Vertrauen besonders erfreut. Schnell war so der Beschluss gefasst, diese Kapelle zum Pilotprojekt für die Renovierung der ganzen Basilika zu machen.

Die weitreichende Unterstützung die dieses Projekt schon ganz zu Beginn erfuhr, überraschte uns ungeheuerlich. Das Wiener Stadtgartenamt erklärte sich bere
it den alten Grüngürtel rund um die Kirche wieder herzustellen und schön zu gestalten. Die Berufsschule Donaustadt erklärte sich bereit mitzuarbeiten und schon viele Berufsschüler haben beim Verputz und den Verlegearbeiten der Steinfliesen mitgearbeitet. Bei einem Besuch in Polen erhielten wir von Prälat Henryk Jankowski, dem Beichtvater des Nobelpreisträgers und erstem demokratischen Präsidenten Lech Walensa, ein Geschenk von zwei Säcken Bernstein, welcher "die Kapelle für den Friedenskaiser schmücken soll". Aus der Weisleinmühle in Ravelsbach bekamen wir von Familie Pregesbauer zwei alte Mühlsteine geschenkt, von denen einer zur Reliquienfassung umgearbeitet wird und der andere soll auf dem Schüttauplatz als Denkmal für die Schiffsmühlen errichtet werden. Bezirksvorsteher Scheed "begrüßte" sogar die Mühlsteine bei Ihrer Ankunft in Kaisermühlen. Weiters hält die Bezirksvertretung Gelder bereit um den Vorplatz vor der Kirche schön zu pflastern und neu gestalten zu lassen. Fachleute wie Architekt Goeth aus der Leopoldstadt und Mosaikkünstler Wilhelm Kocian aus Hirschstetten unterstützen unsere Arbeit ebenso wie viele Spender und Mitarbeiter, die diese Arbeit erst ermöglichen.

Die Eröffnung der Karl von Österreich Kapelle wird im Rahmen einer großen Festmesse am Sonntag, dem 19.10.2008 um 10:00Uhr stattfinden. Wir würden uns über Ihre Anwesenheit freuen. Eine genaue Ankündigung wird noch durch Aussendungen und Plakate erfolgen. Siehe ganz oben


Die Reliquie des Hl. Leopold von Österreich

Das Chorherrenstift Klosterneuburg verfügt in Kaisermühlen schon seit sehr vielen Jahren über großen Grundbesitz. Im Donaufeld werden von Klosterneuburg aus auch mehrere Pfarren betreut. Aus diesem Grund haben die Augustiner Chorherren schon immer eine enge Beziehung zu unserem Stadtteil gehabt. Auch zwischen dem Orden der Salvatorianerinnen und dem Stift herrscht eine gute Freundschaft. Diese alte Verbundenheit wurde nun im Jahr 2006 intensiviert. Als sich der Kirchenbauverein an das Stift wandte und um eine Reliquie des Heiligen Leopold von Österreich für unsere Basilika bat, wurden wir überrascht, dass das gar kein Problem darstellte. Schon nach kurzer Zeit konnte Zeit konnte eine kleine Abordnung des KBVs die Reliquie aus Niederösterreich abholen. Die nun im Hochaltar unserer Kirche einen neuen Platz gefunden hat. Sie wurde dort im Zuge einer Festmesse, bei der auch der Geburtstag Pater Elmars gefeiert wurde, von den Steinmetzen der Baugewerbeschule Donaustadt eingesetzt und kann dort von allen Besuchern gesehen werden.

Auch eine kleine Tradition ist bereits entstanden. Jugendliche aus Kaisermühlen und Kagran fuhren bereits in den letzten Jahren zum Leopoldikirtag nach Klosterneuburg um sich dort zu vergnügen. Und im Jahr 2007 wurde der Kirchenbauverein auch zum "Kleinen Leopoldi", der in Klosterneuburg der Tag der Stiftspfarren ist eingeladen. Dort durften alle die mitgereist waren im Binderstadl einen interessanten Vortrag hören, wurden allerbestens verköstigt und bekamen sogar eine Führung durch das Stift.
Wir hoffen, dass daraus eine weitere Kaisermühlner Tradition und eine tiefe Verbundenheit mit dem Stift entstehen wird.

Bilder und Statuen der Basilika
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Zukunftsprojekte
Eine der ersten Arbeiten des KBVs war die Trockenlegung der Kapellenmauern. Weiters wurden auch Probebohrungen im gsamten Gotteshaus vom Bauamt der Erzdiözese durchgeführt. Dabei wurde die Feuchtigkeit des Mauerwerks überprüft. Da die Kirche ja in unmittelbarer Nähe zur Alten Donau und zur Neuen Donau liegt, schwimmt sie praktisch auf einer wasserdurchfluteten Schotterschicht. Deshalb wird eine Drainage früher oder später unbedingt notwendig sein. Da es leider keine originalen baupläne der Basilika meghr gibt, ist auch die Bschaffenheit des Fundaments unbekannt. Um diese festzustellen, beabsichtigt der KBV in absehbarer Zeit Probegrabungen durchzuführen. Nur mit der Hilfe des Bundesdenkmalamtes und der Erzdiözese kann ein so großes Bauvorhaben in Angriff genommen werden.

Nach einer erfolgreichen Drenagierung würden der Bezirk und das Wiener Stadtgartenamt eine Begrünung rund um die Kirche vornehmen. Alteingesessene Kaisermühlner werden sich vielleicht noch erinnern, dass es noch bis vor wenigen Jahrzehnten einen Grünstreifen um die Kirche gegeben hat. Dieser wurde leider zerstört und zubetoniert, weil man sich damals erhoffte dadurch die Mauern trocken zu bekommen. Durch die Versiegelung des Bodens ist aber das absolute Gegenteil eingetreten und die Versalzung der Mauern hat ein kritisches Niveau erreicht. Dieser Fehler wäre zu korrigieren und gleichzeitig würde der Schüttauplatz verschönert werden. Ein zusätzlicher Bonus für die Kirche würde die Verhinderung von Graffittischmierereien und dem tagtäglichen Fussballbombardement sein.

Herr Bezirksvorsteher Scheed hat bereits gemeinsam mit dem Stadtgartenamt und dem KBV Projekte zur Neugestaltung des Umfeldes der Kirche ausarbeiten lassen. Wir wollen uns an dieser Stelle für die tatkräftige Unterstützung der Bezirksvertretung herzlich bedanken.

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